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8. Juni 2014 7 08 /06 /Juni /2014 20:27

Fussball & Kinderprostitution

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28.05.14 Brasilien

Der Kinderstrich boomt im Schatten der Fußball-WM

In Brasilien bekommt man Sex mit Kindern schon für ein paar Euro, und während der WM blüht das Geschäft.

Die Polizei ist untätig, die Fifa schweigt. Ein Besuch in den dunklen Gegenden von Fortaleza. Von Tim Röhn, Marc Neller und Sam Wild, Fortaleza http://www.welt.de/politik/deutschland/article128479666/Der-Kinderstrich-boomt-im-Schatten-der-Fussball-WM.html

 

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FOOTBALL WORLD CUP

KICKS THE KID’S RIGHTS.

[Welt-Cup tritt Kinderrechte]

 

 

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Kinderprostitution am deutschen WM-Spielort1/5

 

Die ehemalige Kinderprostituierte Lisa (Name geändert, d. Red.) berichtet von ihrem Alltag als Prostituierte in Fortaleza.

 

Klicken Sie hier, um zur englischsprachigen Version zu gelangen.

 

Click here for the English version of the text.

 

Als Lisa* in einem dieser Nachtclubs an der Tanzfläche steht, einen Drink in der Hand, denkt sie, sie wird es schon überstehen. Sie wird sich ansprechen lassen, zu einem Mann ins Auto steigen, sich ausziehen, und wenn er anfängt, denkt sie an irgendwas Schönes.

 

Sie beobachtet, wie wieder irgendein Mädchen, vielleicht 13 wie sie, mit einem viel älteren Mann verschwindet und wenig später alleine zurückkommt. Mit Geldscheinen in der Hand. Lisa will mehr als ein Leben im Slum. Und ihre Eltern wollen, dass die Mädchen endlich Geld verdienen, womit auch immer. An diesem Abend geht Lisa zum ersten Mal mit einem fremden Mann.

 

Inzwischen ist sie 23, eine Frau mit großen, dunklen Augen. Sie sitzt an einem See und blickt aufs Wasser. Sie hat den Ort vorgeschlagen, abgelegen, ihre Geschichte ist nichts, das sie im Café erzählen will. Zwei Jahre lang stand sie nachts in Clubs oder auf der Straße, um sich anzubieten, für ein paar Reais. Sie hat es geschafft auszusteigen, aber es ist nicht vorbei. Als sie ihrem ersten Freund von alldem erzählte, brachte er sich um, weil er es nicht aushielt. Sie sagt, sie wache nachts noch immer auf, verschwitzt, geplagt von Erinnerungen. In ihren Träumen muss sie noch mit fremden Typen schlafen, für die sie einfach junges Fleisch ist. Trotzdem sagt sie: "Ich bin sehr stolz auf mich, dass ich es bis hierhin geschafft habe. Aber da draußen sind noch viele Mädchen."

 

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Foto: Infografik Die Welt Dutzende Kinder suchen nach Freiern

 

Lisa lebt in Fortaleza, im Nordosten Brasiliens, 3,7 Millionen Einwohner. An der weiten Strandpromenade flehen Obdachlose um ein paar Münzen, Straßenhändler bieten Trommeln und Trikots an, und in den Strandbars suchen Mädchen nach Männern, die alleine sitzen. Sie sagen, sie machten einen guten Preis. Und in der Avenida Juscelino Kubitscheck stehen Dutzende Mädchen und Jungen, die sich die Lippen lecken oder sich in den Schritt greifen, sobald sich ein Auto nähert und der Fahrer die Scheiben herunterlässt, um zu verhandeln. Menschen wie Lisa, die sich auskennen, sagen: Es werden immer mehr. Hier und in ganz Brasilien.

 

Im Schatten des Sports blüht das Sexgeschäft

mit Minderjährigen.

In gut zwei Wochen beginnt die Fußball-Weltmeisterschaft. Schon in normalen Zeiten zieht Brasilien neben Thailand die meisten Sextouristen an, auch deutsche Männer, von denen im Jahr schätzungsweise bis zu 400.000 ins Ausland reisen. In Brasilien bekommen sie den Sex mit Kindern schon für ein paar Euro. Auch deshalb hat sich die Zahl der Kinderprostituierten in Brasilien in den vergangenen zehn Jahren vervierfacht. Heute sollen es 400.000 sein. Die meisten bieten ihren Körper an, weil ihre Eltern sie unter Druck setzen – oder sie in die Hände mafiöser Banden geben.

 

Brasiliens Regierung schätzt, dass die WM etwa 600.000 ausländische Reisende ins Land locken wird.Fortaleza gilt als einer der Hotspots für Kindersextouristen.

Wie Belo Horizonte. Wie Recife. Drei WM-Spielorte also. In Fortaleza wird die deutsche Mannschaft eines ihrer Vorrundenspiele bestreiten. Helfer und ehemalige Kinderprostituierte wie Lisa sagen, in den vier Wochen des Turniers könne ein Kind so viel Geld mit Sex verdienen, dass eine vierköpfige Familie ein Jahr davon leben kann.

 

Die Fifa schweigt das Problem praktisch tot

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Das alles erklärt, warum Menschenrechtler alarmiert sind. Es erklärt nicht, warum Brasiliens Regierung Hilfe nur simuliert und der Welt-Fußballverband Fifa das Problem praktisch totschweigt.

 

Noch 2003 hatte Brasiliens damaliger Präsident Lula angekündigt, in ein paar Jahren werde es keine Kinderprostitution mehr geben. Weil es ganz anders kam, hat das brasilianische Abgeordnetenhaus in der vergangenen Woche ein neues Gesetz zur sexuellen Ausbeutung von Kindern und Jugendlichen verabschiedet. Missbrauch wurde zu einer "Crime Hediondo" erklärt, einer scheußlichen Tat, die künftig härter bestraft werden soll. Präsidentin Dilma Rousseff sagt, Kinderprostitution werde während der WM besonders bekämpft.

 

Waldemar Oliveira atmet schwer, wenn er so etwas hört. Oliveira ist Rechtsanwalt, er arbeitet für das "Zentrum für die Verteidigung von Kindern und Jugendlichen".

Der Regierung glaubt er kein Wort mehr, wenn es um Kinderprostitution geht."Wir brauchen spezialisierte Ermittler", meint Oliveira, "aber die Regierung sagt, dass sie dafür kein Geld hat." Außerdem fehlten viele Arbeitskräfte, Computer und Autos, um das Problem wenigstens einigermaßen in den Griff zu bekommen.

 

Kinderprostitution ist kein Thema

 

Es gibt eine Menge Vereinbarungen, viel Papier.

Es gibt eine Virtual Global Taskforce, bei der die brasilianische Polizei mit internationalen Sicherheitsbehörden im Einsatz gegen die Ausbeutung von Kindern kooperieren soll.

Auch mit der internationalen Polizeiorganisation Interpol arbeitet Brasilien zusammen, zumindest theoretisch.

Eine Interpol-Sprecherin sagt allerdings, die Erfolgsaussichten hingen davon ab, ob das Land Kinderprostitution wirklich als Thema ansehe: "Es hängt wirklich von den beteiligten Ländern und ihren Kampagnen ab, was passiert – und ob die Staaten das Gefühl haben, Unterstützung von Interpol zu gebrauchen." Brasilien hat dieses Gefühl offenbar nicht. Man fragt sich, warum.

 

Auf dem Kinderstraßenstrich in der Avenida Juscelino Kubitscheck in Fortaleza kann man das Gefühl haben, das weiß leuchtende Dach des WM-Stadions anfassen zu können, wenn man nur die Arme weit genug ausstreckt. Doch es ist wenige Hundert Meter entfernt. Tagsüber hocken hier Frauen mit ihren Babys auf den Grünsteifen an sechsspurigen Straßen, Junkies betteln um Geld, die Häuser in der Gegend werden von Holzbalken gestützt, damit sie nicht einfallen. Die Taxifahrer sagen, sie würden hier abends im Leben nicht aussteigen. Hier wohnen die Ärmsten der Armen. Viele Eltern sind ohne Chance auf Arbeit, können sich die Schulbücher für die Kinder nicht leisten. Falls die überhaupt zur Schule gehen. An Orten wie diesem blühen Gewalt, Kriminalität, Kinderprostitution.

 

Viele Kinder, die hier aufwachsen, werden von Brüdern, Vätern oder Onkeln geschlagen oder vergewaltigt. Manche wollen dem Elend entfliehen, wie Lisa. Manche werden von ihren Eltern gezwungen, sich zu prostituieren. So sichern ganze Familien ihr Überleben.

 

 

Kinderstrich in düsteren Gegenden

 

Tania Gurgel, Direktorin des Sekretariats für Menschenrechte in Fortaleza und seit 25 Jahren mit dem Thema Kinderprostitution befasst, sagt, sie habe Sozialarbeiter an den wichtigen Orten der Stadt: an der Küste, am Strand, an Bushaltestellen, rund um das Stadion. "Das sind die Orte, an denen wir in den letzten Monaten mehr und mehr Fälle haben auftauchen sehen." Sie meint: mehr Kinder, die sich anbieten. Und Ana Isabel Cabral Lima de Souza vom Hilfsprojekt Vira Vida ergänzt, Studien belegten, dass "die Fälle in Fortaleza um 100 Prozent gestiegen sind – und die Weltmeisterschaft hat noch nicht mal begonnen".

 

Die Kinder stellen sich in düsteren Gegenden zur Schau. Ihre Freier können darauf zählen, dass sie Helfer finden, die ihnen Sicherheit und Diskretion garantieren. In Fortaleza etwa läuft es oft so, dass furchtlose Taxifahrer die Freier zum Kinderstrich bringen. Ein Kind wird ausgesucht und steigt ein, der Taxifahrer fährt ein paar Hundert Meter, steigt aus und erst wieder ein, wenn alles vorbei ist. Er bekommt ein paar Reais extra und setzt das Mädchen oder den Jungen irgendwo in der Stadt ab. Die Polizei wisse das alles, sagen die Sozialarbeiter.

 

Lisa kratzt mit ihren langen Fingernägeln nervös an ihrem Unterarm herum, wenn sie von ihren Jahren auf dem Strich erzählt. Sie sagt: "Ich habe mich gefühlt wie ein Tier. Es war ein höllisches Leben." An guten Tagen hat sie sich geekelt, an schlechten wurde sie von Freiern verprügelt. Immerhin, sie kam immer zurück, wenn es vorbei war. Manche steigen in ein Auto und werden nie wieder gesehen.

In den ersten zweieinhalb Monaten dieses Jahres wurden in Fortaleza 766 Menschen ermordet, das sind fast zehn am Tag.

Die Aufklärungsrate hier liegt unter zehn Prozent. Diejenigen, die seit Langem vermisst gemeldet sind, sind da noch nicht eingerechnet.

 

"Die Prostituierten können sowieso nicht lesen"

 

Lisa macht sich deshalb große Sorgen. Sie hat Freundinnen, die noch auf den Strich gehen. Und sie sieht sie überall, die Mädchen, die so alt sind wie sie damals.

Lisa wünscht sich, dass die Fifa Geld spendet oder Projekte unterstützt. Aber sie glaubt nicht mehr daran.

"Es geht ihnen nur um das Event."

 

Es leuchte ein, dass sein Land nicht einfach sein Armuts- und Gewaltproblem lösen könne, nur weil das vielleicht wichtigste Sportereignis der Welt zufällig in Brasilien stattfinde, sagt Bernardo Rosemeyer. "Aber …" Rosemeyer hat ein Hilfsprojekt gegründet, mit dem er seit 30 Jahren Kinder von Fortalezas Straßen holt und ihnen eine Ausbildung vermittelt. Er sagt: Mit den Plakaten, die die Regierung derzeit überall aufhängen lässt, werde Geld verschwendet. "Die Prostituierten können sie sowieso nicht lesen.

Warum kämpft die Regierung nicht gegen die Armut?" Rosemeyer versteht auch nicht, warum die Fifa so wenig gegen Kinderprostitution tut, zum Beispiel, indem sie Projekte finanziert. "Sie verdienen hier ein Vermögen. Was geben sie zurück?"

 

Die Fifa soll angeblich Hunderte Millionen Euro mit dieser WM verdienen, wie schon vor vier Jahren in Südafrika.

Die Weltmeisterschaften sind für den Verband ein lukratives Geschäft. Er hat laut seinem Finanzbericht 2013 rund eine Milliarde Euro angehäuft.

 

Fifa verweist auf ihre "WM-Nachhaltigkeitsstrategie"

 

Die Fifa beteuert, sehr wohl etwas gegen Kinderprostitution getan zu haben. Sie investiere insgesamt "20 Millionen Dollar in verschiedene Projekte als Teil der WM-Nachhaltigkeitsstrategie", sagt ein Sprecher. Die sexuelle Ausbeutung von Kindern sei ein Thema. Ob und wie viel Geld sie für den Kampf gegen Kinderprostitution ausgegeben hat, sagt die Fifa nicht. Man habe sich darauf fokussiert, "unsere Sorgen und Erwartungen an die verantwortlichen staatlichen Stellen heranzutragen", heißt es aus der Pressestelle.

 

Das klingt so gar nicht nach dem Selbstbild, mit dem die Fifa gern wirbt. Es sei "ihre Mission", eine bessere Zukunft zu schaffen. So steht es beispielsweise auf der Fifa-Homepage. Von einer "Strategie der Verantwortung" ist da die Rede und davon, dass man auf besondere gesellschaftliche Probleme hinweisen und Projekte umsetzen wolle.

 

Die britische Sportsoziologin Celia Brackenridge gilt weltweit als Instanz, wenn es um den Missbrauch und Schutz von Kindern geht. Derzeit hilft sie, den Skandal um den Moderator Jimmy Savile bei der BBC aufzuarbeiten, einen der größten öffentlich gewordenen Missbrauchsfälle der vergangenen Jahre. Brackenridge sagt, sie habe eine Chance für die Kinder auf den brasilianischen Straßen gesehen, aber es habe sich niemand so recht für sie interessiert.

Die Fifa habe "bisher nur wenig Interesse an dem Thema gezeigt". Und das, obwohl sexuelle Ausbeutung im Rahmen sportlicher Großereignisse als Thema immer relevanter werde.

 

Jérôme Valcke, Generalsekretär und neben Präsident Sepp Blatter der wichtigste Entscheidungsträger der Fifa, sagt: "Die WM ist nicht dazu da, Probleme zu lösen oder Probleme zu schaffen. Eine WM ist eine WM."

Doch selbst führende Köpfe in den eigenen Reihen halten diese Haltung für einen Fehler.

 

Theo Zwanziger kritisiert die Fifa

 

Auf der Terrasse eines Hotelcafés in Koblenz sitzt ein Mann mit weißem Haar und trinkt Kaffee. Theo Zwanziger ist schmal geworden, aber er wird noch erkannt und angesprochen. Er war siebeneinhalb Jahre Präsident des Deutschen Fußball-Bundes, kurz DFB. Jetzt gehört er zu einer Gruppe von Funktionären, die die Fifa reformieren wollen. Eines der Worte, die Zwanziger im Gespräch über die anstehende WM und die Kinderprostitution oft benutzt, ist: Verantwortung. Wie Bernardo Rosemeyer, der Sozialarbeiter aus Fortaleza, findet Zwanziger, dass die Fifa gern Geld verdienen darf, und gern auch viel. Er findet allerdings auch, dass dieser große, reiche und mächtige Verband eine soziale Verantwortung hat, der er bitte schön gerecht werden muss.

 

"Fußball", sagt Zwanziger, "ist ein gesellschaftliches Großereignis. Die Gesellschaft macht den Fußball stark. Und deswegen muss der Fußball der Gesellschaft auch etwas zurückgeben." Die Fifa müsse bereit sein, Missstände aufzugreifen. Sie dürfe nicht wegschauen. Manche seiner Kollegen halten das für Quatsch und Zwanziger für eine Nervensäge. Es scheint ihm egal zu sein.

 

Er musste selbst erst dazulernen. Schon 2006, als die WM in Deutschland anstand und Zwanziger noch DFB-Präsident war, war Zwangsprostitution ein Thema. Ein Bündnis startete eine Kampagne, um Fans und Bevölkerung wenigstens auf das Problem hinzuweisen und zu informieren. Die Initiatoren baten den DFB um Unterstützung. Aber der wollte erst nicht und musste in vielen Gesprächen von Bundesgesundheitsministerin Ulla Schmidt überredet werden. "Wir haben das Problem und sein Ausmaß damals völlig unterschätzt", gesteht Zwanziger. Am Ende war er der Schirmherr der Kampagne. So etwas löst kein Problem, es war ein kleines Zeichen.

 

Nach dem Turnier durften die Kinder wiederkommen

 

In Brasilien wirkt es, als gebe es nicht einmal das. Als zähle der Schein. Beim Confederations Cup im Vorjahr, einem als Generalprobe für die WM gedachten Miniturnier, wurden die Kinderprostituierten kurzerhand aus den Touristenzonen und der Umgebung des Stadions verjagt. Nach Turnierende durften sie wiederkommen. Und wer heute die jungen Mädchen auf den Bürgersteigen beobachtet, wundert sich, wie viele Polizeiautos an ihnen und den Freiern vorbeifahren, obwohl der Staat doch angeblich neuerdings so hart durchgreift.

 

Die Einheimischen sind wütend, sie gehen auf die Straßen. Lange hatten sie sich auf die WM gefreut, inzwischen sind sie ernüchtert. Die Milliarden, die Brasilien ausgibt, fließen unter anderem in zwölf Stadien. Obwohl die Fifa nur acht vorschreibt. In ein paar Wochen haben einige Städte zwar eine prächtige Arena, aber keinen Klub in der ersten oder zweiten Liga, der sie sinnvoll nutzen könnte. Warum wurden nicht mehr Krankenhäuser und Schulen gebaut? Warum wurde nicht mehr in Projekte gegen Armut oder Kinderprostitution investiert? Die Menschen begreifen es nicht. Die Polizei hat große Mühe, deren Wut zu bändigen und Unruhen zu verhindern.

 

Beim Notruf geht niemand ran

 

In den vergangenen Monaten hat sich in Fortaleza eine Bewegung gegen den Sextourismus organisiert. In vielen Hotels hängen nun Schilder, auf denen darauf hingewiesen wird, dass Sex mit Minderjährigen verboten ist. Im "Mercure"-Hotel im Osten der Stadt müssen seit Kurzem alle nicht eingecheckten Gäste ihren Pass vorzeigen, bevor sie als Begleitung auf ein Zimmer dürfen. In der Lobby wurden die Sessel und Sofas so umgestellt, dass nun jeder Gast auf dem Weg zum Aufzug an der Rezeption vorbeigehen muss. Es gab Schulungen für alle Mitarbeiter. Am Flughafen verteilte ein Anwaltsverein Flyer an Touristen, und überall steht geschrieben, man solle die 100 wählen, wenn man Auffälliges beobachtet. Nur: Meist geht niemand ans Telefon.

 

Lisa, die den Kinderstrich von Fortaleza hinter sich gelassen hat, hat die Hoffnung aufgegeben. Sie hat inzwischen so etwas wie ein normales Leben, aber sie ist eine Ausnahme. Die Hilfsorganisation "Vira Vida", die Kinderprostituierte von der Straße holt, half ihr, einen Ausbildungsplatz zu finden. Sie arbeitet jetzt als Logistikerin. Sie hat einen neuen Freund. Über das, was war, redet sie nicht mit ihm. "Ich habe Angst, dass er mich töten würde."

Sie sagt, die Regierung achte nicht auf die Einhaltung der Gesetze, auch sonst niemand.

Es gebe sogar Politiker, die sich Kinder für den schnellen Sex kauften.

 

Am Abend stehen in der Avenida Juscelino Kubitscheck, am Stadion, Dutzende Mädchen und Jungen, Kinder noch. Taxis kommen und fahren im Schritttempo die Reihe ab. Eines nach dem anderen.

 

* Name geändert

 

Am Mittwoch ab 22.25 Uhr sendet das ZDF-Auslandsjournal eine Reportage zu diesem Thema

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Mehr zum Thema.: http://phosphoros.over-blog.de/article-der-fussball-welt-cup-tritt-die-menschenrechte-123798328.html

 

 

Brasilien WM contra Menschenrechte

http://www.deutschlandradiokultur.de/brasilien-wm-contra-menschenrechte.979.de.html?dram:article_id=287684

 

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Brasilien WM contra Menschenrechte

http://www.deutschlandradiokultur.de/brasilien-wm-contra-menschenrechte.979.de.html?dram:article_id=287684



Die Verlierer der Fußball-WM in Brasilien

Von Julio Segador

Proteste in Brasilien 2013

Es soll ein Fest des Fußballs werden,

doch in Brasilien leiden viele Menschen schon jetzt unter dieser Weltmeisterschaft: In fast allen WM-Städten wurden Hausbesitzer brutal enteignet - für Stadien, Straßen und Bahntrassen.

In Fortaleza, im Nordosten Brasiliens, geht es nicht ohne Gewalt ab. Schwere Bagger sind aufgefahren, wälzen die Hütten und Häuser der Favela Alto da Paz nieder. Die Bagger werden geschützt von schwerbewaffneten Polizisten, die mit Gummigeschossen auf die wütenden Bewohner des Armenviertels schießen. Kriegsähnliche Szenen spielen sich ab.

Panik unter den Favela-Bewohnern. Mehrere Menschen werden durch die Gummigeschoße verletzt. Eine ältere Frau ist völlig aufgelöst.

"Ich bin wütend, ich bin sauer, ich fühle mich verletzt. Und nicht nur ich, alle Bewohner hier. Das war ein regelrechtes Massaker, die Kinder rannten umher, die Bagger fuhren alles um, sogar die Haustiere; sie hatten mit nichts und niemandem Mitleid."

Die Favela Alto da Paz ist in Sichtweite der Arena Castelão. So heißt das neue WM-Stadion in Fortaleza, in dem am 21. Juni Deutschland seine Partie gegen Ghana austragen wird. Noch wenige Tage vor dem ersten WM-Spiel wird im Außenbereich der Arena gewerkelt. Die kleine Favela soll mehreren Zufahrtsstraßen weichen. Außerdem sollen auf dem Areal 1500 neue Wohnungen entstehen. Die Region in Stadionnähe, einst das Armenhaus der nordost-brasilianischen Metropole, erlebt dank des Stadionbaus einen regelrechten Boom. Neue Siedlungen entstehen, ebenso Shoppingcenter, die Mietpreise schnellen nach oben.

Verlierer sind die Familien, die bisher in den umliegenden Favelas lebten und sich höhere Mieten nicht leisten können. Allein in Fortaleza sind einige Tausend Menschen von Umsiedelungen betroffen, auch wenn häufig gar nicht klar ist, wohin die Leute umgesiedelt werden.Dass die Behörden dann wie in der Favela Alto da Paz mit äußerster Brutalität vorgehen, macht viele Brasilianer wie diese ältere Frau fassungslos.

"Leider ist das in Brasilien so. Für die Weltmeisterschaft wollen sie alles rausputzen, aber man muss sich ja nur mal umschauen, wie wir hier leben: Mitten im Abwasser. So leben wir hier in Brasilien. Es gibt in diesem Land viele Reiche, aber denen sind wir doch egal. Die Politiker wollen, dass wir sie wählen und dann machen sie mit uns solche Sachen hier."

Von schlechter Stimmung ist auf den Rängen der Arena Pernambuco nichts zu spüren. Rund 45.000 Zuschauer passen in das WM-Stadion von Recife im Nordosten Brasiliens. An diesem Abend sind nicht einmal 5000 Menschen in dem riesigen Rund mit den knallroten Sitzen. Unten auf dem Rasen spielen zwei Teams gegeneinander. Es geht um die Regionalmeisterschaft im Nordosten Brasiliens. Die Stimmung bei den Fans ist besser als der lustlose Kick auf dem Rasen.

Seit wenigen Monaten erst wird in der Arena Pernambuco gekickt. Das Stadion, in dem Deutschland Ende Juni gegen die USA sein letztes Vorrundenspiel austragen wird, ist eines der Schmuckkästchen der WM in Brasilien. Ein Stadion, für das sich die Fans richtig begeistern.

"Ein wunderschönes Stadion. Es wurde auch Zeit, dass wir hier solche Strukturen erhalten."

"Alles hier ist klasse. Der Zugang, die Sicht aufs Spiel. Egal wo man sitzt, man sieht alle Spielzüge ganz genau."

"Das Stadion ist richtig gut. Damit werden wir endlich auch im Ausland wahrgenommen. Und die Stadt kann sich entwickeln. Es entstehen mehr Jobs, unsere Region hier im Nordosten steigt im Ansehen. Bisher waren wir von vielem ausgeschlossen. Jetzt beweisen wir, dass wir bereit sind die WM zu empfangen."

"An den Enteignungen führt kein Weg vorbei"

Die Fans sind stolz auf ihr Stadion, das als WM-Austragungsort ganz offiziell den Stempel "FIFA-Standard" verpasst bekommen hat. Dass dieser Standard auch dazu führt, dass an fast allen Spielorten Menschen enteignet und brutal aus ihren Häusern vertrieben worden sind, stört die Fans aus der gutverdienenden brasilianischen Mittelschicht kaum. Es überwiegt der Stolz, dass sich Brasilien mit der WM als Teil der Ersten Welt präsentiert. Im Stadion gibt es kaum Verständnis für jene, die durch den Bau von Stadien und Straßen Nachteile erlitten haben. Fußballfan Fernando Mereira findet das sogar normal:

"Also an den Enteignungen führt eigentlich kein Weg vorbei. Das ist doch in der ganzen Welt so. Wenn man etwas bauen will, muss man entweder Bäume fällen, um den Raum zu bekommen, oder man enteignet jemanden. Das ist in Deutschland so, genauso in Kanada, überall. Und wir hinterlassen doch ein bleibendes Erbe, für die Stadt hier und auch für die brasilianischen Fans."

Ricardo Leitão ist der Chef des lokalen WM-Organisationskomitees in Recife. Nach seinen Worten soll das Stadion nur der Anfang einer ganzen WM-Stadt sein, die auch schon einen Namen hat. Smart City, die intelligente Stadt, soll hier in dem Außenbezirk von Recife rund um die WM-Arena entstehen.

"Das Baukonsortium hat für 30 Jahre – also bis 2043 – die Konzession, Smart City zu gründen. Vorgesehen ist, dass eine Halle gebaut wird, ein Shopping-Center, ein Veranstaltungsplatz, Hotels, Verwaltungs- und Gemeinschaftsgebäude sowie etwa 4500 Wohnungen. Geplant sind auch öffentliche Plätze und ein Universitätscampus."

Die Stadtplaner wollen Recife umkrempeln, die Stadt modernisieren, die Infrastruktur völlig neu aufbauen. Die Fußball-Weltmeisterschaft  ist da ein willkommener Anlass, solche Projekte anzustoßen. Geld für die Finanzierung solcher Projekte ist ohnehin da, wenn auch häufig nicht ganz klar ist, woher die Mittel stammen und wohin sie genau fließen.

Doch nicht alle sind glücklich über Smart City in Recife. Die intelligente Stadt  und das neue WM-Stadion sind Thema bei der Versammlung des Bürger-Komitees in Camaragibe, einer Vorstadt von Recife. Etwa 30 Leute sitzen in einem kleinen Hinterhof. Camaragibe liegt nur zwei Kilometer vom Stadion entfernt. Es herrscht dicke Luft. Die meisten Anwesenden wurden für die WM-Bauten enteignet. Insgesamt 129 Familien, darunter auch der 71-jährige Jeronimo Figueira.

"Bis zum 29. November gehörte mein Haus mir. Heute werde ich vom Schicksal versklavt, das in Form eines Abrissbaggers erschien. Sie haben mein Haus einfach abgerissen. Ich habe den Kampf, das Haus für mich und meine Familie zu retten, verloren. Jetzt stehe ich auf der Straße."

Die meisten Häuser mussten einer Straße weichen, die vom Busbahnhof zum Stadion führen soll, und die noch gar nicht gebaut ist. Es gebe ein nationales Dekret, wurde den Anwohnern gesagt, sie müssten binnen weniger Tage die Häuser verlassen. Entschädigt worden sind bisher nur wenige Betroffene. Die Gelder liegen auf Sperrkonten, werden von der brasilianischen Bürokratie blockiert. Wann das Geld ausbezahlt wird und wie viel jeder bekommt, ist völlig unklar. Es sei auch kaum jemand in der Lage, sich ein neues Grundstück oder ein Häuschen zu leisten, erklärt Elias Inacio da Silva.

"Es ist unmöglich, etwas Vergleichbares zu bekommen. Die Quadratmeter-Preise sind explodiert. Wenn man den Betrag X für ein Haus bekommt, muss man für eine entsprechende Immobilie inzwischen mindestens das Doppelte zahlen."

Am schlimmsten findet Elias Inacio da Silva die Hilflosigkeit. Von einem Tag auf den anderen zerstörte die WM sein Leben, als sein Haus abgerissen wurde.

"Das erste, was ich empfand, war ein großes Gefühl der Ohnmacht. Das Haus gehörte mir, ich habe es über 15 Jahre langsam gebaut. Jetzt denke ich: Es war alles umsonst, und ich bin wertlos, für nichts gut. Ich bin nicht gegen den Fortschritt in der Stadt. Aber ich verlange Entscheidungen, die uns in unserer Würde nicht verletzen. Jeden Tag schau ich gen Himmel und bitte Gott um Kraft, dass ich ein neues Haus baue oder eines kaufe. Das wühlt mich unglaublich auf."

Und noch etwas wühlt die Menschen auf und macht sie nachdenklich. Die Brutalität, mit der die Staatsmacht gegen die kleinen Leute vorgeht.

"Was mich am meisten schockiert hat, war die Angst der Menschen, die enteignet wurden, vor der Regierung. Die Angst vor der Polizei, die Angst vor der Staatsmacht. Und es gibt nicht wenige hier, die heute nicht an dieser Versammlung teilnehmen, weil sie Angst haben. Die sagen, was kommt als nächstes? Die Diktatur liegt noch nicht so lange zurück, und der Putsch von 1964 macht vielen Leuten Angst, bis heute."

"Unsere Stadt hat sich in eine Wüste verwandelt"

In Recife ist weder geregelt, wer eine Entschädigung bekommt, noch wie hoch sie ausfallen wird und welche Fristen gelten. Die Anwohner wissen nicht einmal, ob die Bustrasse, für die ihre Häuser abgerissen wurden, wirklich gebaut wird. Für die Bürger von Camaragibe ist die WM ein einziges Ärgernis. Auch für Mariana Ferreira da Silva:

"Unsere Stadt hat sich in eine Wüste verwandelt, die Häuser wurden niedergerissen. Bekommen haben wir dafür so gut wie nichts. Wo ist da die Gerechtigkeit? In Camaragibe gibt es niemanden, der fußballverrückter ist als ich. Aber wenn mich jemand auf diese WM anspricht, werde ich sauer und habe gar keine Lust mehr darauf."

Auch Elias Inacio da Silva ist die Lust auf das Fußballfest gründlich vergangen.

"Ich muss ehrlich sagen: Wenn ich es irgendwie beeinflussen könnte, würde ich die WM kippen. Ich lege keinen Wert auf dieses globale Sportereignis, das unser Leben so sehr durcheinander gebracht hat. Für mich existiert die WM nicht mehr."

Recife ist kein Einzelfall. In fast allen WM-Städten wurden Hausbesitzer enteignet, wurden für die WM-Stadien, für Straßenbauprojekte und Bahntrassen aus ihren eigenen vier Wänden vertrieben. Während die brasilianische Regierung den Weltfußballverband FIFA hofierte, wurden elementare Bürgerrechte mit Füßen getreten. Für Renato Cosentino vom WM-Bürgerkomitee in Rio steht außer Frage, wer schon jetzt – noch vor dem Anpfiff in São Paulo - die Verlierer der Fußball-Weltmeisterschaft sind.

"Als sich Brasilien 2007 um das Turnier bewarb, gab es vollmundige Worte, wie sehr die arme Bevölkerung davon profitieren würde. Aber wir sehen jetzt, dass genau das Gegenteil eingetreten ist. Diese Menschen sind es, die unter der WM leiden. Viele verlieren ihre Häuser, sie dürfen nicht an den WM-Bauten mitarbeiten, weil sie nur informelle Arbeiten verrichten. Und viele, die früher in die Stadien gingen, können sich das nicht mehr leisten. Mit den neuen Stadien und den hohen Eintrittspreisen müssen sie draußen bleiben. Die Armen sind die Verlierer."

Und wie bei jedem Fußballspiel gibt es nicht nur Verlierer, sondern auch Gewinner. Auch diese und deren eher zweifelhaftes Erbe kann Renato Cosentino klar benennen.

"Die Gewinner sind die großen Unternehmen. Nationale und internationale Bauunternehmen, Servicefirmen, Unternehmensberatungen, die FIFA und auch die Sponsoren. Für die wird das eine lukrative Weltmeisterschaft. Aber nach der WM und nach Olympia 2016 wird Rio de Janeiro geteilter sein als jemals zuvor. Und das Erbe der Events sind die Verletzung von Menschenrechten und weiße Elefanten. Einige der Stadien wird man nicht mehr brauchen. Viele Projekte wurden unter großem Zeitdruck vorangetrieben ohne zuvor eine öffentliche Debatte zu führen, ob man sie wirklich braucht. Man hat im Vorfeld einfach nicht diskutiert, welche Projekte nötig sind und welche nicht."

Umgerechnet rund elf Milliarden Euro hat Brasilien für Stadien und WM-Infrastruktur ausgegeben, allein die Stadien waren teurer als die WM-Arenen der beiden letzten Weltmeisterschaften in Südafrika und Deutschland zusammengerechnet. Gleichzeitig leben im ganzen Land rund 700.000 Familien in extremer Armut, das Bildungssystem hat einen verheerenden Ruf und die Situation der Krankenhäuser ist so katastrophal, dass täglich Patienten auf den Gängen der Kliniken sterben.

In allen WM-Städten haben sich kritische Bürgerkomitees gebildet

Rafael dos Santos arbeitet in São Paulo beim "Instituto Ethos", einer brasilianischen Nicht-Regierungs-Organisation, die sich mit der Transparenz öffentlicher Vorgänge und mit der Bekämpfung der Korruption befasst. Er hat in den vergangenen drei Jahren eng mit verschiedenen Bürgerkomitees in den WM-Austragungsorten zusammengearbeitet. Seine Einblicke in die bisherigen Investitionen veranlassen Rafael dos Santos ein ernüchterndes Fazit zu ziehen:

"Brasilien blickt auf die größten systematischen Investitionen der letzten 50 Jahre. Aber diese Investitionen werden das Land sehr teuer zu stehen kommen. Man hat in Infrastruktur investiert, die keine Priorität hatte. Es wurde viel Geld ausgegeben für temporäre Strukturen, die nach der WM wenig Sinn machen. Die FIFA hat einen Großteil der Kosten einfach auf die öffentlichen Haushalte abgeschoben. Man hat die Leute für dumm verkauft. Bis heute weiß niemand genau, welche die Auflagen der FIFA sind und welche nicht und was die Behörden in Eigenregie in Auftrag gegeben haben."

Auch deshalb haben sich landesweit in allen WM-Austragungsorten kritische Bürgerkomitees gebildet, um die brasilianischen Behörden und Funktionäre zu kontrollieren und die Interessen der kleinen Leute zu vertreten. Die Bürgerkomitees und Aktivistengruppen sind es, die in Brasilien ihre Finger in die Wunden legen, die die Welt-meisterschaft in die brasilianische Gesellschaft geschlagen hat. Während des Confederations Cup im vergangenen Jahr haben sie mit Massendemonstrationen für weltweites Aufsehen gesorgt. In ganz Brasilien zogen Hundertausende auf die Straßen, um gegen die Auswüchse der WM zu demonstrieren. Seither wird nicht nur im WM-Land  über Sinn und Unsinn gigantischer Sportevents diskutiert, von denen nur einige Wenige profitieren.Gleichzeitig hat sich die Zivilgesellschaft in Brasilien zum ersten Mal artikuliert. Das wertet Rafael dos Santos als größten Erfolg dieser Weltmeisterschaft.

"Das war unser wichtigster Sieg. Zuerst sagten alle, wir wären gegen die Weltmeisterschaft, das sind wir aber nicht. Wir wollen eine Diskussion darüber führen, wie die Städte aussehen sollen, wenn sie umgestaltet werden. Und wir haben da zum Teil erste Erfolg erzielt. Das war ein Reifeprozess. In manchen Städten stand etwa das Thema Mobilität zum ersten Mal auf der Agenda. Nun diskutieren die Menschen darüber, wie Bürgersteige aussehen sollen, wie der Verkehr durch die Stadt geführt wird, wie sich Stadtteile entwickeln sollen. Das ist das Erbe des Engagements der Zivilgesellschaft."

 

 

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